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Thumb - Gegen wen handelst Du

Wer handelt gegen Dich?

Wer ist mein Gegner auf dem Optionsmarkt? Wie finde ich einen Handelspartner für meine Optionen? Und was passiert eigentlich, wenn eine Option ausgeübt wird? Diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Heute behandeln wir genaugenommen zwei Fragestellungen. Im ersten Teil geht es darum, wer unser Gegenpart ist am Optionsmarkt (und ob der überhaupt „gegen“ uns handelt?), und im zweiten Teil geht es darum, wie wir einen Handelspartner finden, sowohl für unseren Optionstrade als auch für die Erfüllung der Rechte und Pflichten aus einer offenen Position.

Konzentrieren wir uns zunächst auf eine spezielle Situation, um das Ganze klarer zu machen. Stellen wir uns vor, wir sind Long Put, um eine Aktie abzusichern. Wie in der Darstellung zu sehen, steht die Aktie aktuell im Kurs höher als der gekaufte Put darunter. Das bedeutet, dass alle Kursrückgänge unterhalb des Put-Strikes abgesichert sind. Wenn der Kurs also unter diese Schwelle fällt, erleide ich keine weiteren Verluste. Wenn die Aktie allerdings nicht unter den Put-Strike fällt, dann ist diese Absicherung wertlos. Egal, ob der Kurs stark steigt, nur etwas steigt oder seitwärts tendiert – irgendwann ist das Laufzeitende des Puts erreicht und die Option verfällt.

Long Put als Absicherung einer Aktie

Grundsätzlich verhält sich der Handelspartner (der mir den Put verkauft hat) in dieser Situation wie eine Versicherung, die mich gegen fallende Kurse absichert. Als Kunde einer Versicherung zahlst Du regelmäßig Prämien bzw. Beiträge, um gegen mögliche hohe Schäden abgesichert zu sein. Die Versicherung auf der anderen Seite kennt jedoch die Statistik und weiß, dass es nicht so viele Schäden gibt, vor allem keine hohen Schäden. Sie hat regelmäßige Einnahmen durch eine Vielzahl von Kunden. Ist die Summe der Auszahlungen geringer sind als die Summe der Einzahlungen, dann hat die Versicherung ein profitables Geschäft gemacht. Es ist im Grunde eine Win-win-Situation, von der beide Seiten profitieren: Du bist gegen etwaige hohe Schäden abgesichert und die Versicherung erzielt über die Prämieneinnahmen einen Gewinn.

Geschäft einer Versicherung 
Geschäft der Stillhalter

Und das Ganze funktioniert an der Börse nicht anders. Gedanklich können wir das Versicherungsgeschäft auch im Optionshandel anwenden. Jeder kann die Versicherung sein! Das ist das Besondere am Optionsmarkt. Es ist durchaus möglich, dass beide Seiten gewinnen und mit dem Ausgang eines Trades glücklich sind, allerdings aus unterschiedlichen Interessenlagen. Eine Seite möchte ihre Aktienposition absichern, während die andere Seite die Statistik kennt und weiß, dass in den meisten Fällen nicht viel passiert. Mach Dir diesen Umstand unbedingt klar, wenn Du das nächste Mal darüber nachdenkst, wer aus welchen Gründen gegen Dich handeln könnte. Im Optionsmarkt gibt es keine Gegner, die gegen Dich „wetten“, sondern nur Handelspartner.

Geschäft einer Versicherung 
Geschäft der Stillhalter 
Put als Beispiel für Versicherungen im Optionshandel

Kommen wir zur zweiten Frage: Wie finde ich einen Handelspartner? Diese Frage müssen wir zweigeteilt beantworten. Zum einen geht es darum, wie Du im gerade dargestellten Fall überhaupt einen Handelspartner findest. Egal, ob Du einen Put oder Call kaufen oder verkaufen möchtest.

Das ist im Prinzip ganz einfach zu beantworten. Es gibt eine offizielle Optionsbörse, ähnlich wie Du es auch vom Aktien- oder anderen Wertpapierhandel kennst. Du musst keinen speziellen Handelspartner finden, so wie es zum Beispiel beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie der Fall ist, bei dem Du mit einer konkreten Person Vertragsverhandlungen führst. Dafür ist die Börse da, sie fungiert als Marktplatz, auf dem die Optionen gehandelt werden.

Der zweite Teil der Frage beschäftigt viele Trader: Was passiert, wenn meine Option abläuft und ich mein Recht ausüben möchte oder meinen Pflichten nachkommen muss? Wie funktioniert das? Wie werde ich ausgewählt und wie finde ich jemanden, dem ich mein Recht gegenüber geltend machen kann? Auch dafür ist die Optionsbörse als Marktplatz zuständig. Du erklärst Deinem Broker gegenüber, dass Du Dein Recht geltend machen möchtest, und dieser leitet das entsprechend weiter. Wie das im Hintergrund genau funktioniert, dazu haben wir bereits ein Video gemacht, das sich mit dem Verfall von Optionen beschäftigt. Ein sogenanntes Clearing-Unternehmen wickelt die Ausübungen von Optionen ab. Hier wird festgelegt, welche Stillhalter, also diejenigen, die die Verpflichtungen übernommen haben, betroffen sind, wenn Du Dein Recht ausübst. Du hast in diesem Fall nichts mit der Auswahl eines möglichen Handelspartners zu tun. Das geschieht automatisch im Hintergrund, unterstützt und geregelt durch die Börse.

Du siehst also: Am Optionsmarkt geht es fair zu, weil Optionen an regulierten Börsenplätzen gehandelt werden. Niemand „wettet“ gegen jemanden, sondern es werden Handelspartner mit völlig unterschiedlichen Interessenlagen zusammengebracht. Möchtest Du als Käufer von Deinem Optionsrecht Gebrauch machen, dann ist auch dieser Prozess geregelt und garantiert. All das sind extrem wichtige Vorteile, die echte börsennotierte Optionen haben und unregulierte Produkte wie z. B. Optionsscheine nicht bieten.

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